TEACHER PROFILE
Michael Müller-Adlung
KÖLN/GERMANY
Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet, wenn auch indirekt. Ich bin umgeben von „Musikern" in der Familie aufgewachsen. Später habe ich während des Studiums in Köln Kneipen beschallt. Auch während meiner vielen Jahre als Sporttrainer in verschiedenen Bereichen habe ich Musik gerne als Hilfsmittel eingesetzt und erlebt, welchen Einfluss Musik und Rhythmus darauf haben können, in einen Flow zu kommen – diesen Zustand, in dem man nicht mehr über jede einzelne Bewegung nachdenkt, sondern einfach macht.
Vor rund 30 Jahren habe ich mir in Afrika meine erste Djembe gekauft. Seitdem habe ich immer wieder für mich oder am Lagerfeuer gespielt, ohne den Gedanken, dass daraus irgendwann einmal mehr werden könnte.
Viele Jahre später bekam das rhythmische Spielen für mich noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Während einer Reha nahm ich an einem Kurs „Trommeln gegen Schmerzen" teil. Dort habe ich erlebt, wie gut rhythmisches Spielen dabei helfen kann, die Aufmerksamkeit ganz auf den Moment zu richten und den Kopf für eine Weile auszuschalten.
Fast zeitgleich kam eher durch Zufall eine Aqua Drum 11 Pro in mein Leben – eine melodische Schlitztrommel. Ich hatte die Gelegenheit, sie sehr günstig aus privater Hand direkt vom Hersteller persönlich zu bekommen, und griff einfach zu. Für mich war sie die erste Möglichkeit, Harmonie und Melodie in einem Percussion-Instrument zu erleben.
Etwa ein Jahr später kaufte ich mir meine erste Handpan. In den folgenden Jahren beschäftigte ich mich immer intensiver damit.
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Vor zwei Jahren kam die Tonbak als weiteres Percussion-Instrument hinzu. Angesteckt wurde ich von Kirill Osherov, dessen Tonbak-Spiel ich während der 2. Wild Naya Academy kennenlernte. Mich faszinierte, wie viele unterschiedliche Klänge und Klangfarben sich dieser auf den ersten Blick recht schlicht wirkenden Trommel entlocken lassen. Deshalb nehme ich seitdem Tonbak-Unterricht bei Syavash Rastani und erweitere dadurch auch mein rhythmisches Spiel immer weiter.
Seit etwa drei Jahren besuche ich regelmäßig Akademien, Workshops und Gatherings, um mich weiterzuentwickeln, neue Spielweisen kennenzulernen und mich mit anderen Musikerinnen und Musikern auszutauschen. Seit knapp einem Jahr unterrichte ich selbst und gebe meine Erfahrungen und meine Begeisterung für Rhythmus und melodisches Percussionspiel weiter.
An der Handpan fasziniert mich besonders die Verbindung von Rhythmus, Melodie und Harmonie. In meiner Ausbildung zum Handpan-Lehrer bei Malte Marten habe ich mein eigenes Spiel weiterentwickelt und mich intensiv damit beschäftigt, wie man anderen Menschen einen einfachen und intuitiven Zugang zu diesem besonderen Instrument vermitteln kann.
Dabei zieht sich etwas wie ein roter Faden durch meine Erfahrungen mit Musik, Sport und Rhythmus: der Flow-State. Dieser Moment, in dem man nicht mehr über jeden einzelnen Anschlag nachdenkt, sondern ganz im Rhythmus und im Klang aufgeht. Der Kopf wird ruhig und das Spielen beginnt einfach zu fließen.
Genau das möchte ich auch in meinem Unterricht vermitteln. Anschlagtechniken, Rhythmen, Akkorde und Spielmuster gehören natürlich dazu. Sie sind für mich aber nicht das eigentliche Ziel, sondern das Handwerkszeug, um irgendwann nicht mehr darüber nachdenken zu müssen.
Dafür braucht es weder musikalische Vorkenntnisse noch Notenkenntnisse. Mir geht es um einen entspannten Zugang zur Handpan, ohne Leistungsdruck – und darum, über Rhythmus und Klang den eigenen Flow zu finden.
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